Trauma in der Körperarbeit – das Zusammenspiel von Muskeln, Nervensystem und Psyche verstehen und erfahren
Stéphanie Maurer, Michaela Hamberger, Géraldine von Ehrenberg, Andrea Huber, Laura WaldschützDie Arbeit mit Menschen erfordert heute ein differenziertes Verständnis von Trauma, Entwicklung und Beziehung. Traumatische Erfahrungen beeinflussen nicht nur das Körper- und Nervensystem, sondern prägen auch Körperwahrnehmung, Bindungsfähigkeit, Selbstregulation, Identität und die Entwicklung psychologischer Fähigkeiten. Der Grundlagenlehrgang Traumaintegration vermittelt ein integratives Verständnis dieser Zusammenhänge und verbindet Erkenntnisse aus Neurophysiologie, somatischer Entwicklungspsychologie, Muskelpsychologie und Traumaforschung. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen der neurosomatischen Traumaintegration nach NSTI® und Bodynamic® kennen sowie die Zusammenhänge zwischen Regulation, Muskelreaktivität, somatischer Entwicklungspsychologie, Charakterstrukturen und Traumaformen. Anhand der sieben frühkindlichen Entwicklungsstufen wird nachvollziehbar, wie Fähigkeiten und Ressourcen entstehen und wie Bindung, Grenzen, Identität und Selbstregulation durch frühe Erfahrungen geprägt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Verstehen der eigenen Biografie in Verbindung von Körper, Psyche und Lebensgeschichte. Zentrale Konzepte wie Körper-Ich, Beobachter-Ich, Prozessregulation und Begleitpräsenz werden durch praktische Übungen erfahren. Die Stärkung der eigenen Zentrierung, Erdung, Grenzen und Selbstregulation schafft eine fundierte Grundlage für die professionelle Begleitung von Menschen.
Lernziele
Die Teilnehmenden:
- Die wichtigsten Traumaformen und ihre Auswirkungen auf Nervensystem, Muskulatur und psychologische Fähigkeiten
- Hypo- und hyperreaktive Muskelprägungen sowie deren Bedeutung für Entwicklung, Selbstregulation und Charakterbildung
- Das Zusammenspiel von Muskulatur, Faszien, Wahrnehmung und traumatischen Prägungen
- Die sieben Entwicklungsstufen und Charakterstrukturen nach Bodynamic® und NSTI®
- Die Zusammenhänge von Körper, Psyche, Trauma, Entwicklung und Biografie
- Grundlagen der entwicklungs- und traumaspezifischen verbalen Begleitung
- Biografiearbeit als Zugang zu Prägungen, Ressourcen und Schutzstrategien
- Ethik, Kompetenzgrenzen und professionelle Verantwortung
- Praxisorientierte Übungen zum Verständnis von Sicherheit, Ressourcen, Selbstregulation und Traumadynamik

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Häufige Fragen & Antworten
Für wen ist der Lehrgang geeignet?
Zielgruppen
Naturheilpraktiker, Med. Masseure, Therapeuten, Ärzte, Personen aus medizinischen und pharmazeutische Berufen, Pädagog*innen
Kompetenzen
Du weisst, wie das Wissen um Muskelreaktivität, psychologische fähigkeiten und Charakterprägung in der therapeutischen Arbeit eingesetzt werden kann. Du verstehst Ressourcen und Regression aus Sicht der Muskelreaktivität und Charakterstruktur-Arbeit. Du kannst die 7 Charakterstrukturen bei Dir selbst und bei Deinen Klient*innen einschätzen.
Wie ist der Kursaufbau?
Die Weiterbildung «Traumaintegration & Biografiearbeit nach NSTI®» umfasst 7 Kurstage und ist in drei aufeinander aufbauende Live-Module sowie ein vorbereitendes Online-Modul gegliedert.
Modul 1 – Neurowissenschaftliche Basis (Online)
Zum Einstieg erwerben die Teilnehmenden vorbereitend die neurophysiologischen Grundlagen von Trauma, Regulation und Resilienz. Schwerpunkte sind das Nervensystem, die Polyvagaltheorie, die neun Hybridzustände autonomer Regulation sowie zentrale Konzepte von Co- und Selbstregulation. Neuro Yoga® Übungen unterstützen die praktische Erfahrung und Anwendung der Inhalte.
Modul 2 – Grundlagen Traumaintegration & verkörperte Resilienz
Im zweiten Modul werden die Grundlagen der neurosomatischen Traumaintegration nach NSTI® und Bodynamic® vermittelt, darunter Muskelprägung, Entwicklungsstufen, Charakterstrukturen, Körper-Ich und therapeutische Präsenz. Praktische Übungen stärken die Verkörperung des Körper-Ichs und der eigenen Ressourcen. Die Teilnehmenden erfahren so konkret ihre Selbstregulation, Stabilität und Präsenz. Gleichzeitig entsteht ein vertieftes Verständnis für hypo- und hyperreaktive Muskelmuster und deren Bedeutung für Resilienz und Entwicklung, insbesondere auch in Bezug auf die eigenen Kompensationsstrategien.
Modul 3 – Prozessregulation, späte Charakterstrukturen und dyadische Praxis
Im dritten Modul lernen die Teilnehmenden die Grundlagen der NSTI® Prozessregulation kennen und sammeln erste Erfahrungen in Partner- und Kleingruppenübungen. Darauf aufbauend erfolgt die Einführung in die späten Charakterstrukturen mit den Themen Wille, Liebe & Sexualität, Meinung und Leistung sowie deren Bedeutung für therapeutische und beratende Prozesse. Diese Auseinandersetzung führt uns auch in die therapeutischen Themen der Handlungsfähigkeit, Selbstbestimmung und Grenzthemen. Wie geschieht Übertragung und Gegenübertragung in Körper und Psyche? Wie kann der therapeutische Prozess durch ein stabiles Beobachter-Ich und sichere therapeutische Präsenz kompetent gestaltet werden? Ein weiterer Schwerpunkt ist die traumainformierte Kommunikation als wichtiger Bestandteil der sicheren Begleitung.
Modul 4 – Frühe Entwicklungsthemen, integrative Arbeit und Demopraxis
Im vierten Modul stehen die frühen Entwicklungsphasen im Fokus. Vermittelt werden die Charakterstrukturen Existenz, Bedürfnis und Geburt sowie deren Bedeutung für Bindung, Sicherheit und Urvertrauen. Ergänzend wird beleuchtet, welche Rolle perinatale Themen im therapeutischen Setting spielen und wie sie Raum bekommen, ohne in einem Prozess zu münden. Am letzten Tag werden die Inhalte der Weiterbildung zusammengeführt und anhand von Demonstrationen und Fallbeispielen vertieft. Zum Abschluss stehen die Verbindung von Anatomie, Charakterstrukturen und verbaler Begleitung sowie die professionelle Positionierung in traumasensiblen und traumaintegrativen Arbeitsfeldern im Mittelpunkt. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden mit einem sicheren Gefühl der Berufsverantwortung in Bezug auf Trauma den Lehrgang beenden.
Zusatzmodul 5 – Eigenerfahrung und Biografiearbeit
Wir empfehlen, die optionalen 8 Stunden Einzelerfahrung zur Vertiefung der individuellen Biografiearbeit sowie zur Stärkung von Präsenz, Körper-Ich und Integrationsfähigkeit bei den Lehrgangs begleitenden NSTI®-Practitionern zu besuchen. Diese Einzelerfahrung ist obligatorisch für die Zertifizierung.
Entspricht das Lehrgang den EMR-Vorgaben?
Der Lehrgang entspricht den Vorgaben der Fort- und Weiterbildungsordnung des EMR. Die bescheinigte Präsenzzeit beträgt 49 Stunden.
Was muss ich an den Lehrgang mitnehmen?
Bitte bring bequeme Kleidung, Hausschuhe und Schreibzeug mit. So kannst du aktiv und komfortabel am Lehrgang teilnehmen.
Was ist die Gruppengrösse des Lehrgangs?
Die Gruppengrösse beträgt maximal 24 Personen.
Werden Kurse angerechnet (Praxistag, Grundlagen-seminar, Basiskurs online)?
Anrechnung 1: Als (ehemalige) Teilnehmerin des Basiskurses NSTI® Online wird Dir das Modul 1 dem Wert entsprechend angerechnet. Du erhältst eine Vergünstigung von 269.- SFr. Du kannst direkt ins Modul 2 einsteigen.
Anrechnung 2: Wenn Du das ‚Grundlagenseminar Traumaintegration nach NSTI®/Bodynamic®‘ mit Theorietag/ Praxistag bereits besucht hast, dann erhältst Du eine Vergünstigung von 498,- und steigst direkt in Modul 3 ein.
Anrechnung 3: Als (ehemalige) Teilnehmer*in des Lehrgangs Practitioner NSTI® I oder wenn Du Basiskurs und Grundlagenseminar Traumaintegration bereits besucht hast, werden Dir Modul 1 und 2 vollständig angerechnet. Du erhältst eine Vergünstigung von 767.- SFr und kannst direkt ins Modul 3 einsteigen.